Reclaim Zionism

Glossar

Hier findet Ihr wichtige Begriffe rund um das Thema Zionismus, Israel und jüdisches Leben.

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Antisemitismus ist eine ablehnende Haltung bzw. Hass gegenüber Juden, die sich als Gewalt gegenüber diesen oder als jüdisch wahrgenommenen Menschen oder Institutionen ausdrücken kann. Erscheinungsformen von Antisemitismus können sich auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, richten. (Arbeitsdefinition von Antisemitismus – IHRA (holocaustremembrance.com)

Antizionismus bezeichnet die Ablehnung des Zionismus, also der Bewegung, die sich für die Selbstbestimmung und Staatlichkeit des jüdischen Volkes in seiner historischen Heimat, dem Land Israel, einsetzt. Diese Haltung äußert sich oft – direkt oder indirekt – in der Zurückweisung des jüdischen Selbstbestimmungsrechts, in der Diffamierung von Personen und Organisationen, die den Zionismus unterstützen, sowie in der Relativierung oder Leugnung der tiefen historischen und spirituellen Verbindung des jüdischen Volkes zu Israel.

Im Gegensatz zur legitimen Kritik an politischen Entscheidungen der israelischen Regierung oder an einzelnen Aspekten der zionistischen Bewegung richtet sich Antizionismus gegen die grundsätzliche Existenzberechtigung eines jüdischen Staates.

Aschkenasische Juden sind eine jüdische ethnische Gruppe, deren Ursprünge im Land Israel liegen, die sich jedoch in Europa – insbesondere in Mitteleuropa und später in Osteuropa – als eigenständige Gemeinschaft formierte. Ihre kulturellen und religiösen Traditionen entwickelten sich über Jahrhunderte in deutschsprachigen Gebieten sowie in Polen, Russland und anderen Teilen Osteuropas. Historisch sprachen sie Jiddisch und folgten einer eigenen liturgischen Tradition.

Bedeutung von „Aschkenase, Aschkenasim oder Ashkenazim“ (gra.ch)

Die Beta Israel, auch als äthiopische Juden bekannt, sind eine jüdische Gemeinschaft aus Äthiopien, die eine einzigartige kulturelle und religiöse Tradition bewahrt hat. Sie betrachten sich als Nachfahren der biblischen Israeliten und praktizieren eine Form des Judentums, die sich unabhängig von anderen jüdischen Gemeinden entwickelt hat. Viele Beta Israel wanderten seit den 1980er Jahren nach Israel aus, insbesondere während der Operationen Moses und Solomon. Einwanderungspolitik | Israel (2008) | bpb.de

Rechte, die exklusiv den Bürgern eines bestimmten Staates zu kommen und sich auf das Verhältnis zwischen Bürgern und Staat beziehen. Sie unterscheiden sich darin von Menschenrechten, die für alle Menschen unabhängig von der Staatsangehörigkeit gelten. (Bürgerrechte | bpb.de)

Symbol des Judentums und Emblem der Nationalflagge Israels.

Herrschaftsform, in der das Volk den Souverän darstellt (Volkssouveränität) und durch Wahlen an der politischen Willensbildung teilhat. (Demokratie | bpb.de)

Kräfte, die den demokratischen Verfassungsstaat ablehnen oder ihn einschränken wollen. Heute werden meist linker, rechter und islamischer Extremismus unterschieden. (Extremismus | bpb.de)

Ein völkerrechtlich definierter Begriff, der die absichtliche Auslöschung einer nationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppe oder von Teilen dieser Gruppe bezeichnet. (BKA – Völkerstrafrecht)

Das Ziel, allen Menschen weltweit gleiche Rechte und Chancen zuzugestehen. In Deutschland ist Gleichberechtigung grundgesetzlich verankert.

Ursprüngliche Bevölkerung eines eroberten oder neu besiedelten Gebietes. So stellen z.B. auch Juden in Israel die indigene Bevölkerung dar, da sie dort bereits vor der römischen Eroberung und anschließenden Vertreibung im 1. und 2. Jahrhundert lebten. (Geschichte des jüdischen Volkes: Diaspora – Völker – Kultur – Planet Wissen|planet-wissen.de)

Extremistische, im weitesten Sinne politische Form des Islams, die eine Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse im Sinne islamischer Grundsätze anstrebt. Wird häufig von durch Ausübung von Gewalt praktiziert und richtet sich gegen den demokratischen Verfassungsstaat. Ein wesentliches Element ist außerdem der Antisemitismus. (BMI – Islamismus (bund.de)

Eine von verschiedenen Religionen und Kulturen der Antike und Moderne geprägte Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer; die Hauptstadt Israels. (Irdische Geschichte einer heiligen Stadt | Jerusalem | bpb.de)

Die Unterwerfung und Inbesitznahme eines Landes durch ein anderes, meist zum Zweck der ökonomischen Ausbeutung. (Kolonialismus – uni-oldenburg.de). Nach dem Ersten Weltkrieg und der Auflösung der kolonialen Herrschaft des Osmanischen Reichs stand das Mandatsgebiet Palästina unter britischer Verwaltung. Erst durch die zionistischen Unabhängigkeitsbewegung und die Gründung des Staates Israel wurde die Jahrhunderte andauernde Fremdherrschaft auf dem Gebiet beendet.

Universal gültige Rechte, die jedem Menschen qua Geburt zustehen. Darin unterscheiden sie sich von z.B. Bürgerrechten, die lediglich den Bürgern eines bestimmten Staats zukommen.

Als mizrachische Juden oder Mizrachim werden Angehörige jüdischer Bevölkerungsgruppen aus Asien und Afrika, insbesondere aus dem Nahen Osten, darunter vor allem die Juden der arabischen Welt und anderer mehrheitlich muslimischer Länder. Viele wurden im 20. Jahrhundert vertrieben und fanden in Israel Zuflucht.
(Who Are Mizrahi Jews? | My Jewish Learning)

Arabische Bezeichnung für die Flucht und Vertreibung eines Teils der arabischen Bevölkerung aus dem Territorium des Staates Israels im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskriegs von 1948. Anders als häufig dargestellt, war die „Nakba“ keine Folge des Zionismus und der Gründung des Staates Israels, sondern eine Folge aus dem Angriffskrieg der arabischen Staaten, dessen Ziel es war, den jüdischen Staat zu vernichten. Im Zuge des Kriegs kam es zur Flucht bzw. Vertreibung von ca. 700.000 Arabern. Gleichzeitig flohen mindestens ebenso viele Juden aus den arabischen Staaten nach Israel bzw. wurden vertrieben. Die Araber, die während des Unabhängigkeitskriegs in Israel blieben, wurden zu israelischen Staatsbürgern mit vollen Rechten und Pflichten. Sie machen heute etwa 20 Prozent der israelischen Bevölkerung aus.

Die Unterteilung von Menschen in „Rassen“ aufgrund unveränderlicher äußerer Merkmale oder der Biologisierung sozialer Verhältnisse; die darauf basierende Diskriminierung bzw. Herabsetzung. Oft pseudowissenschaftlich mit Rassentheorien begründet. (Antidiskriminierungsstelle – Ethnische Herkunft / Rassismus)

Bezeichnung für die Juden von der Iberischen Halbinsel und Südfrankreich, die im 14./15. Jahrhundert gewaltsam vertrieben wurden und sich unter anderem im Osmanischen Reich, Nordafrika, Asien und auch Nordamerika niederließen. (Glossare :: Haus der Bayerischen Geschichte (hdbg.eu)

Meint im Kontext des Internationalen Rechts das Recht eines Volkes, sich im Rahmen eines eigenen Staates frei von Fremdherrschaft selbst zu regieren bzw. über die eigene wirtschaftliche, soziale oder kulturelle Entwicklung zu entscheiden; oder sich dazu einem anderen Staat anzuschließen. (Selbstbestimmungsrecht | bpb.de)

Ein Stereotyp ist eine verallgemeinernde Vorstellung über eine Person oder eine Gruppe, die individuelle Unterschiede unberücksichtigt lässt. Selbst wenn ein Stereotyp auf einer vermeintlich positiven Eigenschaft basiert, kann es problematisch sein, da es dazu führt, dass diese Eigenschaft allen Mitgliedern der Gruppe zugeschrieben wird.

Eine Form des Antisemitismus, die nicht offen gegen Juden hetzt, sondern mit Codes wie „die Hochfinanz“ oder „die Ostküste“ und eine verkürzte, personalisierte und moralisierende Kritik an Wirtschafts- und Herrschaftsverhältnissen betreibt. Dabei wird sich „klassischer“ antisemitischer Argumentationsformen bedient und auf eine differenzierte Betrachtung wirtschaftlicher und politischer Strukturen verzichtet. Diese Haltung kann jederzeit in offenen Antisemitismus umschlagen. (antisemitismus.wtf | Struktureller Antisemitismus)

Die bewusste oder unbewusste Verdrehung von Täter und Opfer bzw. Ursache und Wirkung bei einem Vergehen. Kann bis zum Vorwurf reichen, die tatsächlichen Opfer eines Unrechts seien selbst an ihrem Unglück schuld. Vgl. „Victim Blaming“

Die aggressivste und militanteste Form des politischen Extremismus, bei der die extremistischen Ziele mit Mitteln eines nachhaltig geführten gewaltsamen Kampfes durch systematische Anwendung massiver Gewaltakte verfolgt werden. (BMI – Lexikon – T bund.de)

Eine Sammlung von festgeschriebenen Verträgen und gewohnheitsrechtlichen Grundsätzen, nach denen sich die internationale Gemeinschaft im Umgang miteinander auf staatlicher Ebene und mit Einzelpersonen innerhalb der Staatsgrenzen richtet. (Internationales Recht unvienna.org)